Nicht jede Tätigkeit im Verein ist formell beauftragt. Wer spontan beim Zeltaufbau hilft oder kurzfristig einspringt, handelt oft aus reiner Gefälligkeit - trotzdem kann daraus eine Haftung entstehen, wenn dabei ein Schaden verursacht wird.
Eine Gefälligkeitshandlung - eine unentgeltliche Hilfeleistung ohne formellen rechtlichen Bindungswillen - wird umgangssprachlich oft als "das zählt doch nicht wirklich" verstanden. Rechtlich ist das ein Trugschluss: Wird bei einer solchen spontanen Hilfe im Rahmen der Vereinstätigkeit ein Dritter geschädigt, kann trotzdem eine Haftung entstehen. Die AXA-Vereinshaftpflicht unterscheidet hier nicht zwischen formell beauftragten und spontanen Hilfstätigkeiten, solange sie im Interesse des Vereins erfolgen.
Ein Vereinsmitglied bietet spontan an, andere Mitglieder mit dem eigenen Auto zu einem Auswärtsspiel zu fahren - ohne offiziellen Auftrag des Vereins. Kommt es dabei zu einem Unfall, stellt sich die Frage, ob diese reine Gefälligkeit noch dem Verein zuzurechnen ist oder als rein private Angelegenheit zu werten ist.
Ob eine solche Fahrt dem Verein zuzurechnen ist, hängt von den konkreten Umständen ab - etwa ob die Fahrt im organisatorischen Rahmen einer Vereinsveranstaltung stattfand. Die AXA prüft solche Grenzfälle im Schadenfall individuell, statt pauschal jede unbeauftragte Handlung vom Versicherungsschutz auszuschließen.
Als Faustregel gilt: Je enger eine Handlung mit dem eigentlichen Vereinszweck und einer konkreten Vereinsveranstaltung verknüpft ist, desto eher lässt sie sich dem Verein zurechnen. Rein private, zufällig zeitgleich stattfindende Aktivitäten fallen dagegen eher aus dem Versicherungsschutz heraus. Die AXA prüft diese Zurechnung im Einzelfall, statt starre Grenzen zu ziehen.
Spontane Hilfsbereitschaft gehört zum Vereinsleben dazu - und sollte nicht durch die Angst vor unklaren Haftungsfragen ausgebremst werden. Die AXA-Vereinshaftpflicht schafft hier Sicherheit, ohne zwischen formellem Auftrag und spontaner Gefälligkeit streng zu unterscheiden.
Vereine tun trotzdem gut daran, größere Aktionen - etwa gemeinsame Fahrten zu Auswärtsspielen - zumindest lose zu organisieren und zu dokumentieren, um im Zweifel den Bezug zur Vereinstätigkeit klar belegen zu können.
So bleibt der Versicherungsschutz auch bei spontanen, wenig formalisierten Vereinsaktivitäten verlässlich bestehen.
Gerade bei größeren, öffentlich beworbenen Vereinsaktivitäten lohnt sich zusätzlich eine kurze Rücksprache mit dem Vorstand, um den organisatorischen Rahmen klar zu benennen.
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