Ein eingetragener Verein haftet grundsätzlich nur mit seinem eigenen Vereinsvermögen, nicht mit dem Privatvermögen seiner Mitglieder oder des Vorstands. Diese Trennung ist jedoch kein absoluter Schutz - bei bestimmten Pflichtverletzungen kann sie durchbrochen werden.
Klassische Fälle, in denen Vorstandsmitglieder trotz Vereinsstruktur persönlich haften können, sind eine verspätete Insolvenzanmeldung, die Nichtabführung von Sozialversicherungsbeiträgen bei angestelltem Personal oder grob fahrlässiges Handeln außerhalb der eigentlichen Vereinstätigkeit. Die HDI-Vereinshaftpflicht schützt in den üblichen, alltäglichen Haftungsszenarien - für spezielle Organhaftungsrisiken wie Insolvenzverschleppung ist ergänzend eine D&O-Versicherung sinnvoll.
Ein Sportverein gerät in finanzielle Schieflage, der Vorstand zögert die Insolvenzanmeldung jedoch monatelang hinaus, in der Hoffnung, die Lage werde sich bessern. Entsteht dadurch weiterer Schaden - etwa weil Lieferanten in dieser Zeit noch Leistungen erbringen, die nicht mehr bezahlt werden können -, kann dies eine persönliche Haftung des Vorstands auslösen, die über die übliche Vereinshaftpflicht hinausgeht.
Die HDI-Vereinshaftpflicht ist auf die alltäglichen Haftungsrisiken aus der eigentlichen Vereinstätigkeit ausgelegt - Personen- und Sachschäden im Rahmen von Training, Veranstaltungen und Vereinsbetrieb. Spezielle Organhaftungsrisiken wie eine verspätete Insolvenzanmeldung fallen eher in den Bereich einer D&O-Versicherung, die diese Lücke gezielt schließt.
Ohne Eintragung ins Vereinsregister gilt ein Verein rechtlich häufig als nicht rechtsfähiger Verein, für den in Teilen andere Haftungsregeln gelten als für einen eingetragenen e.V. In der Praxis kann das bedeuten, dass Vorstandsmitglieder eines nicht eingetragenen Vereins einem grundsätzlich höheren persönlichen Haftungsrisiko ausgesetzt sind. Die HDI-Vereinshaftpflicht lässt sich unabhängig vom Rechtsstatus des Vereins abschließen, ein Blick auf die Eintragung ins Vereinsregister bleibt trotzdem empfehlenswert.
Die Trennung von Vereins- und Privatvermögen schützt zuverlässig im Alltag, ist aber kein Freibrief bei schwerwiegenden Pflichtverletzungen. Eine Vereinshaftpflicht der HDI deckt die alltäglichen Risiken solide ab - wer zusätzliche Sicherheit bei Organhaftungsfragen sucht, sollte ergänzend eine D&O-Versicherung in Betracht ziehen.
Besonders bei Vereinen mit angestelltem Personal oder größeren finanziellen Verpflichtungen sollte diese Zusatzabsicherung nicht erst dann geprüft werden, wenn sich bereits eine Krise abzeichnet, sondern frühzeitig als vorausschauende Maßnahme.
Eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen Vereinsstruktur - Mitarbeitende, Vermögenswerte, vertragliche Verpflichtungen - hilft dabei, den tatsächlichen Absicherungsbedarf realistisch einzuschätzen.
Wer unsicher ist, wie sein Verein aktuell aufgestellt ist, kann beim zuständigen Amtsgericht Einsicht ins Vereinsregister nehmen und so den eigenen rechtlichen Status unkompliziert klären.
Für Neugründungen empfiehlt sich ohnehin von Anfang an die Eintragung ins Vereinsregister, um von der klareren Haftungstrennung zu profitieren und spätere rechtliche Unsicherheiten zu vermeiden.
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